Die Spechte haben im Ökosystem Wald eine Schlüsselrolle. Denn sie zimmern die Höhlen die in Mitteleuropa von ca. 60 unterschiedlichen Tierarten als Schlaf-, Überwinterungsplatz, Wohnraum, Nahrungsdepot oder zur Jungendaufzucht genutzt werden. All diese Großhöhlenbewohner wie z.B. Siebenschläfer, Hohltaube, Raufußkauz, Hornisse, Baummarder, Schellente und Eichhörnchen würden ohne diese Höhlen gar nicht oder deutlich reduziert den Wald besiedeln. Die Spechte schaffen damit wertvolle Kleinsthabitate und tragen zur Bereicherung der Artenvielfalt bei. Voraussetzung für die Spechte sind wiederum ältere Buchenwälder mit hohem Totholzanteil. 

Auch unsere Honigbiene nutzt gern Spechthöhlen, insbesondere die Höhlen vom Schwarzspecht, dem größten Specht in Mitteleuropa. Die Höhlen von kleineren Spechten, wie z.B. vom Buntspecht, werden genutzt, wenn sie durch die Spechte selbst, oder durch weitere Nachmieter von morschem Holz im Inneren der Höhle befreit und damit vergrößert wurden.  In unseren Breiten findet die Honigbiene in Spechthöhlen in 10-15 Metern Höhe den optimalen Schutz nicht nur vor Kälte und Sturm, sondern auch vor einer Vielzahl von Raubtieren wie z.B. Marder, Hornisse, Vögel und viele andere mehr. Denn im Bienennest lagern für die Tierwelt und nicht zuletzt auch für den Menschen hochwertigste Rohstoffe (Honig, Wachs, Maden), die es zu schützen gilt. 

Auf dem Hintergrundbild ist das Schwarzspechtmännchen an den roten Federn auf dem Kopf zu erkennen. Das Weibchen ist lediglich am Hinterkopf rot.  


Warum interessieren uns die Spechte?

Wilde Honigbienen zu finden ist äußerst schwierig, sowohl im Winter, weil sie in der kalten Jahreszeit kaum fliegen, als auch während der Vegetation, wenn ein dichtes Blätterdach die Einfluglöcher verdecken. Wer aber Spechthöhlen kennt, verbessert seine Chancen. Denn Spechthöhlen zu finden ist einfacher, weil der Höhlenbau, insbesondere im zeitigen Frühjahr bis Mitte April nicht geräuschlos von statten geht. Ab Mai, wenn sich das Blätterdach schließt und die Bauaktivitäten zurück gehen, wird es allerdings mit Ausnahme eines kleinen Zeitfensters wieder schwieriger. Dieses Zeitfenster öffnet sich im letzten Drittel des Monats Mai. Die jungen Spechte versuchen wenige Tage bevor sie das Nest verlassen durch lautes Geschrei die Aufmerksamkeit der Eltern auf sich lenken. Wer dieses zu deuten versteht, wird vom Geschrei zur  besetzten Höhle geleitet.   Damit ist das Bienennest aber noch lange nicht gefunden. Denn ob und wann hier ein Bienenvolk einziehen wird, ist ungewiss. Die Chancen sind damit zwar einwenig gestiegen. Das Aufspüren wilder Honigbienen bleibt aber eine große Herausforderung.    

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