Mit dem Forstamt der Stadt Springe hat der Verein Waldbiene e.V. ein Kooperationsprojekt gestartet. Neben diversen Hilfeleistungen wurde eine kräftige Buche zur Verfügung gestellt. Sie ist stark und groß genug, in ihrem Stamm eine Baumhöhle in ausreichender Größe (ca. 40 Liter) für ein Bienenvolk unterzubringen. Der Verein Waldbiene e.V. schuf diese Baumhöhle nach dem Vorbild der Zeidlerei. Damit ist eine geeignete und sehr naturnahe Behausung für Honigbienen geschaffen worden. Gleichzeitig erlaubt sie die intensive Beobachtung und eine imkerliche Betreuung. Eine Honigernte ist nicht vorgesehen. 


Im Springer Forst brummt es

Am 2. Mai 2019 ist ein Volk mit ca. 30.000 Honigbienen in eine Baumhöhle eingezogen. Dabei handelt es sich um eine Baumhöhle in einer lebenden Buche im Springer Forst, die vom Verein Waldbiene e.V. nach Art der Zeidler ausgehöhlt wurde.

Die ersten 14 Tage waren für die Bienen besonders in diesem Jahr schwierig, denn es mußten trotz des kalten Wetters Wachs produziert und Waben gebaut werden. Ohne Energiezufuhr wäre das Volk wahrscheinlich verhungert. Denn das Wetter war meist zu kalt zum Fliegen. Der Verein Waldbiene e.V. glich diesen Energiemangel durch Zufütterung in der ersten Woche aus. Inzwischen ist diese Durststrecke überwunden und es scheint, als würde sich das Volk sehr gut entwickeln.  

11.-19. Mai 2019 (10. - 18. Tag):

Am 19. Mai, also nach 17 Tagen, hat die längste Wabe eine Länge von 62 cm. Bis zum Grund sind es nur noch 8. Unten ist Drohnenbau zu beobachten, oben Arbeiterbau.


3.-10. Mai 2019 (die ersten 9 Tage):

Der 9. Mai war der erste gute Tag für die Bienen. Um 8:45 erreichen Sonnenstrahlen das Flugloch. Die Temperaturen erreichen 16 Grad. Zum ersten mal beobachten wir größere Aktivitäten vor dem Flugloch.  

7. bis 10. Mai

3. bis 6. Mai

Die Wetterdaten zeigen für die ersten Tage nach dem Einzug der Bienen (2. Mai) ein extrem ungünstigen Verlauf. Ab dem 2. Tag in der Baumhöhle ist es zu kalt. Unter diesen Bedingungen sind die Bienen nicht in der Lage Nektar zu sammeln. Sie müssen von ihren Reserven leben. Sie verfügen aber nur über Reserven, die sie mitnehmen konnten. Nach 3 Tagen ist dieser Vorrat angeblich verbraucht. Ohne Zufütterung wäre dieses Volk also verloren.    


2. Mai 2019: Der Einzug

 

Der Einzug war erfolgreich. Ein Riesen Schwarm (ca. 3 kg) aus Ronnenberg wurde uns am 1. Mai gemeldet. Eine schnelle Entscheidung war notwendig. Und weil die Rapsblüte in diesem Jahr nicht den Schub entwickelt wie normal, und weil sie auch fast durch ist und nach ihr eine Trachtlücke folgt, haben wir uns trotz der für die Bienen ungünstigen Wetteraussichten für diesen Naturschwarm entschieden. 

 

Ob der Schwarm sich nun in unserer Buche wohl fühlt, bleibt spannend. Für große Ausflüge zur Nektarsuche und zur Erkundung der neuen Umgebung ist es erst einmal zu kalt.  


Vorbereitungen für diesen Tag:

Gerüstbau

Die ersten Schritte: Einen interessierten Förster finden. Einen geeigneten Baum aussuchen. Der Baum muss dick genug sein (in Brusthöhe mind. 90 cm Durchmesser). Es eignen sich grundsätzlich alle Baumarten. Sich für die geeignete Stelle am Baumstamm entscheiden. Besonders bei Buchen abfließendes Regenwasser beachten. Dann Gerüst bauen. Es dient in der erste Phase beim Aushöhlen und bei der Besiedlung. Nach ca. 6 Wochen nach der Besiedlung wird das Gerüst wieder abgebaut.    

Klotzbeutenbau

Als Vorbild dient der Bau einer Klotzbeute nach Art der Zeidler. Heute erleichtert die Kettensäge das Aushöhlen durch gezielte Schnitte. Ausgehöhlt wird der Stamm mit Hohldexel, Beiteln, Stech- und Brecheisen.   

Das Flugloch wird mit einem Fluglochkeil so verkleinert, dass zwei Schlitze das Ein- und Ausfliegen der Bienen ermöglicht, Vögel oder größere Insekten aber abgehalten werden. Am Ende wird das Arbeitsloch mit einem angepassten Spundbrett verdeckelt. Dieses Arbeitsloch dient der imkerlichen Betreuung. Zum besseren Schutz gegen Spechte, wird dieses durch ein Kissen verdeckt (ein Bündel Zweige).  

Naturschwarm

Wir verwenden einen Vorschwarm. Dieser erste abfliegende Naturschwarm im Jahreszyklus hat eine begattete Stockmutter. Sie hat sich bereits als vitale „Königin“ bewährt. Zurückgelassen wird im Muttervolk eine Vielzahl verdeckelter Schwarmzellen mit „Jungköniginnen“, die i.d.R. eine Woche später schlüpfen. Naturschwärme sind physiologisch auf einen Neuanfang als Bienenkolonie vorbereitet. Sie sind optimal zusammengesetzt und stimuliert, ihr Honigmagen hält Futterreserven für rund 3 Schlechtwettertage bereit. 

 

Zurück bleibt ein Altvolk mit wenig Flugbienen, großen Futterreserven, viel verdeckelter Brut und deren Parasiten ggfs. auch Krankheitserreger. Die Zukunft des Altvolkes liegt in der Hand einer jungen unbefruchteten Königinn, die ihren Hochzeitsflug noch vor sich hat. So teilen sich Vor-, Nachwärme sowie Altvolk das Risiko einer ungewissen Zukunft, die vor allem abhängig ist vom Wetter.

 

Für die Besiedelung kann ggfs. auf einen sog. Kunstschwarm mit junger, begatteter Königin zurückgegriffen werden. Bei Kunstschwärmen kann in der Anfangsphase der Besiedlung neben anderen Aspekte der guten imkerlichen Praxis auf eine bedarfsgerechte Flüssigfütterung (1:1) nicht verzichtet werden. Denn der Kunstschwarm ist unvorbereitet und unfreiwillig zum Neuanfang gezwungen worden. 

 


Waldbiene e. V.

Warener Straße 44 - 31832 Springe

info.waldbiene(at)t-online.de, www.Waldbiene.eu

+49 (0) 05041-912533

Gefördert durch: