Honigbienen im Hutewald am Gelbbach

Mit den Niedersächsischen Landesforsten startet der Verein Waldbiene e.V. ein Kooperationsprojekt im Hutewald am Gelbbach im Osterwald. Der Verein stellt eine  geeignete Behausung zur Verfügung, die gleichzeitig Beobachtung und imkerliche Betreuung erlaubt. Die Landesforsten unterstützen unsere Aktion und überlassen uns u.a. eine geeignete Eiche im Schutzgebiet. 

  • Der Hutewald bietet mit seinem lichten artenreichen Bestand eine gute Futtergrundlage nicht nur für Nutztiere, sondern auch für viele Wildtierarten. Davon profitiert auch die Honigbiene. 
  • Die Honigbiene als ursprünglich heimische Waldbewohnerin fördert die biologische Vielfalt. Sie ist wie kaum ein anderes Insekt schon im zeitigen Frühling in großer Volksstärke zu umfangreichen Bestäubungsleistungen in der Lage.
  • Auch für den Imker hat der Hutewald seinen besonderen Reiz. Er geht nicht nur mit kleinen, sondern auch mit großen Tieren auf Tuchfühlung. Die Rinder sehen mit ihren spitzen Hörnern zwar gefährlich aus. Sie sind aber nur neugierig und lieben es direkt unter der Klotzbeute in aller Ruhe widerzukäuen.  

Hutewald

Am Gelbbach im Osterwald sind die Reste eines alten Hutewaldes mit Eichen, Buchen und Erlen noch zu finden. Dieser Wald diente vor über 200 Jahren primär der Mast von Rindern und Schweinen. 

Zahlreiche Hutewälder entstanden zu Beginn des 16. Jahrhunderts durch den erneuten Beginn des Bergbaus in Mitteldeutschland. Die Feudalherren vergaben umfangreiche Sonderrechte zur Waldweide, um Bergleute anzuwerben. 

Das Ende der Hutewälder begann im 17. Jahrhundert. Holz wurde knapp, Hutewälder wurden gerodet oder wegen der Holznot aufgeforstet. Im 19. Jahrhundert wurden fast überall in Mitteleuropa die Rechte der Waldweide abgelöst. 

Rinder

Aus Gründen des Naturschutzes wird heute am Gelbbach versucht einen solchen Hutewald neu entstehen zu lassen. Zwischen den Bäumen weiden Rinder. Sie begünstigen die Entwicklung einer lichten und artenreichen Bodenvegetation. Diese wiederum bietet die Futtergrundlage u.a. für Nektar liebende Insekten und damit auch für Honigbienen.    

Klotzbeute 2019

Die Klotzbeute aus Buchenholz wurde 2019 in eine Eiche gezogen und dort in ca. 6 Meter Höhe sicher am Stamm verankert. Diese Klotzbeute war mit ca. 35 Liter Rauminhalt deutlich kleiner als die der Zeidler, denn die Ernte von Honig oder Wachs ist nicht unser Ziel. Wir wollen den Bienen eine möglichst natürliche Form der Behausung anbieten und den natürlichen Schwarmtrieb fördern. Das Volk starb an der Varroose und überstand den Winter nicht. 

Das Jahr 2019:

Baumhöhle 2020

Ab 2020 ersetzt eine in einem Fichtenstamm natürlich entstandene Baumhöhle die alte Klotzbeute aus dem letzten Jahr. 

Wir sind sicher, dass die Bedingungen in dieser noch kleineren (24 Liter) durch Rotfäule entstandenen Baumhöhle ganz andere sein werden. Wir erhoffen uns neue Erkenntnisse über die Bildung komplexer Biotope in einer  Lebensgemeinschaft mit Honigbienen.  

Das Jahr 2020:



Infotafel zu wildlebenden Honigbienen im Hutewald


Bildergalerie


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