Mit der Niedersächsischen Landesforsten startet der Verein Waldbiene e.V. ein Kooperationsprojekt im Hutewald am Gelbbach im Osterwald. 

  • Einerseits bietet der Hutewald mit seinem lichteren Bestand eine gute Futtergrundlage nicht nur für Vierbeiner, sondern auch für Nektar liebende Insekten, wie z.B. die Honigbiene.
  • Andererseits fördert die Honigbiene als ursprüngliche Waldbewohnerin die biologische Vielfalt. Sie ist wie kaum ein anderes heimisches Insekt schon im zeitigen Frühling in großer Volksstärke zu umfangreichen Bestäubungsleistungen in der Lage.

Honigbienen im Hutewald

Am 15. Mai 2019 ist ein Volk mit ca. 25.000 Honigbienen in eine Klotzbeute eingezogen. Bilder vom  Einzug zeigen wir unten auf dieser Seite. Von unten nach oben folgt die Beschreibung der weiteren Entwicklung mit allen Höhen und Tiefen. Dabei interessieren uns u.a. die folgenden Fragen: Wie richtet sich das Volk ein? Beginnt es mit dem Bau der Waben für Arbeiterbienen (sie sind kleiner als die Sechsecke für Drohnen)? Findet es genug Nektar? Wann beginnt die Königin mit der Eiablage?   

19. Mai (4. Tag):


Die schleppende Bautätigkeit beunruhigte. Wir fütterten einmalig am 18.Mai 200 ml Zuckerlösung (in 1:1 Verdünnung). Das Volk reagierte sofort. Zu sehen ist überwiegend Drohnenbau ganz in der Nähe des Behälters. Es bleibt spannend.    



17. Mai (2. Tag):


Die Bienen haben in diesem Fall ihren eigenen Bauplan. Sie halten sich nicht an die Vorstellungen des Menschen. Die ersten zaghaften Ansätze eines Warenbaus sind an den unteren Speilen zu beobachten. Woran liegt das?  Die ersten 2 Tage waren kalt (knapp über 10 Grad). Das Blütenangebot hier im Hutewald ist z.Zt. noch spärlich. Das nächste noch voll in Blühte stehende Rapsfeld liegt 1,3 km entfernt. 


15. Mai: Einzug eines Bienenvolks im Hutewald am Gelbbach

In Springe konnte der Verein Waldbiene e.V. am 13. Mai einen natürliche Vorschwarm (mit einer befruchteten Königin) mit ca. 25.000 Honigbienen fangen. Ein solcher Schwarm bringt gute Voraussetzungen für eine solche Aktion mit.  

Im Baum ist alles Vorbereitet:

  • Die Klotzbeute hängt sicher in 6 Metern Höhe. Dabei handelt es sich um einen Stammabschnitt, der nach Art der Zeidler ausgehöhlt, in eine Eiche gezogen und dort am Stamm in ca. 6 Meter Höhe sicher verankert worden.  Da nicht die Ernte von Honig oder Wachs unser Ziel ist, sondern eine möglichst natürliche Form der Behausung, fällt diese Klotzbeute mit ca. 35 Liter Rauminhalt relativ klein aus. Wir wollen, dass die Bienen schwärmen und sich auf natürlichste Weise vermehren. 
  • Auf einer provisorischen Unterlage lässt sich das Volk ablegen,
  • eine Umlenkrolle im Baum erlaubt ein sanftes Hochziehen des Fangkorbs mit dem Bienenvolk.
  • Der Einzug findet ohne Gerüst oder Leiter an einem Seil hängend statt. Wir nutzen aus Sicherheitsgründen dafür moderne Technik für Baumkletterer. Die alte Klettertechnik der Zeidler ist beeindruckend, aber zu gefährlich.

Von unten ist dieses Schauspiel leider nur schlecht zu beobachten. Wir nutzen dafür eine Kamera an einer langen Stange (statt Drohne).   

Am 15. Mai 2019 zieht das Bienenvolk in die Klotzbeute ein.   


Hintergrund-Infos zur Ansiedlung der Honigbienen im Hutewald am Gelbbach

Mit der Niedersächsischen Landesforsten startet der Verein Waldbiene e.V. ein Kooperationsprojekt im Hutewald am Gelbbach im Osterwald. 

  • Einerseits bietet der Hutewald mit seinem lichteren Bestand eine gute Futtergrundlage nicht nur für Vierbeiner, sondern auch für Nektar liebende Insekten, wie z.B. die Honigbiene.
  • Andererseits fördert die Honigbiene als ursprüngliche Waldbewohnerin die biologische Vielfalt. Sie ist wie kaum ein anderes heimisches Insekt schon im zeitigen Frühling in großer Volksstärke zu umfangreichen Bestäubungsleistungen in der Lage.

Hutewald

Am Gelbbach im Osterwald sind die Reste eines alten Hutewaldes mit Eichen, Buchen und Erlen noch zu finden. Dieser Wald diente vor über 200 Jahren primär der Mast von Rindern und Schweinen. 

Zahlreiche Hutewälder entstanden zu Beginn des 16. Jahrhunderts durch den erneuten Beginn des Bergbaus in Mitteldeutschland. Die Feudalherren vergaben umfangreiche Sonderrechte zur Waldweide, um Bergleute anzuwerben. 

Das Ende der Hutewälder begann im 17. Jahrhundert. Holz wurde knapp, Hutewälder wurden gerodet oder wegen der Holznot aufgeforstet. Im 19. Jahrhundert wurden fast überall in Mitteleuropa die Rechte der Waldweide abgelöst. 

Rinder

Aus Gründen des Naturschutzes wird heute am Gelbbach versucht einen solchen Hutewald neu entstehen zu lassen. Zwischen den Bäumen weiden Rinder. Sie begünstigen die Entwicklung einer lichten und artenreichen Bodenvegetation. Diese wiederum bietet die Futtergrundlage u.a. für Nektar liebende Insekten und damit auch für Honigbienen.    

Honigbiene

Mit dem Aufstellen der Klotzbeute stellt der Verein e.V. eine  geeignete Behausung zur Verfügung, die gleichzeitig Beobachtung und imkerliche Betreuung erlaubt. 


Waldbiene e. V.

Warener Straße 44 - 31832 Springe

info.waldbiene(at)t-online.de, www.Waldbiene.eu

+49 (0) 05041-912533

Gefördert durch: